Falschdarstellung ist der häufigste Sperrungsgrund im Google Merchant Center. Hier erfahren Sie genau, welche Praktiken Google als Falschdarstellung wertet und wie Sie jede einzelne beheben.
Wenn Google Ihr Merchant-Center-Konto wegen "Falschdarstellung" sperrt, klingt das zunächst wie ein schwerwiegender Vorwurf. In der Praxis lösen oft kleine technische Abweichungen, die Sie vielleicht gar nicht bemerkt haben, diesen Verstoß aus. Veraltete Preise im Feed, eine Versandkostenangabe, die nicht mit dem Checkout übereinstimmt, oder eine Aktionsbeschreibung, die irreführend formuliert ist. Google wertet all das als Täuschung der Nutzer und sperrt das Konto.
Der gute Nachrichten ist: Falschdarstellungs-Sperrungen sind behebbar. Sie erfordern keine juristischen Kenntnisse und keine langen Verhandlungen mit Google. Sie brauchen eine genaue Diagnose, gezielte Korrekturen und einen gut formulierten Widerspruch.
Googles Shopping-Crawler prüft, ob der Preis auf der Produktseite mit dem Preis im Warenkorb und im Checkout übereinstimmt. Zeigt Ihre Produktseite 29,99 Euro und der Checkout addiert plötzlich Mehrwertsteuer oder Pflichtgebühren, die nicht auf der Produktseite stehen, wertet Google das als Täuschung.
Shops, die Bewertungen kaufen, erfundene Rezensionen anzeigen oder durch technische Mittel Bewertungsschnitte manipulieren, riskieren eine Konto-Sperrung. Google erkennt unnatürliche Bewertungsmuster, insbesondere wenn Rezensionen in kurzer Zeit in hoher Zahl erscheinen oder wenn der Stil der Texte nicht zu echten Kundenbewertungen passt.
Wenn Ihr Produktfeed "Kostenloser Versand" oder eine bestimmte Lieferzeit angibt, Ihr Shop aber andere Konditionen zeigt, stuft Google das als Falschdarstellung ein. Das betrifft auch Lieferzeiten: "Lieferung in 1 Tag" im Feed, aber "5-7 Werktage" auf der Website.
Aktionen, die nur unter bestimmten Bedingungen gelten, aber ohne diese Bedingungen beworben werden, verstoßen gegen die Richtlinien. Typische Beispiele: "50% Rabatt" im Feed, aber der Rabatt gilt nur bei Newsletteranmeldung oder erst ab einem Mindestbestellwert von 100 Euro, der auf der Produktseite nicht erwähnt wird.
Google prüft, ob Ihr Shop eine Rückgaberegelung hat und ob die Informationen auf der Rückgabeseite mit dem übereinstimmen, was im Feed angegeben ist. Shops ohne sichtbare Rückgaberichtlinie oder mit widersprüchlichen Angaben riskieren den Falschdarstellungs-Verstoß.
Unser kostenloser Scanner prüft Ihren Shop auf alle bekannten Falschdarstellungs-Kriterien und zeigt Ihnen genau, wo die Abweichungen liegen.
Kostenlos scannenGoogle akzeptiert Widersprüche in der Sprache, in der das Konto verwaltet wird. Für deutschsprachige Händler empfiehlt es sich, den Widerspruch auf Deutsch zu verfassen. Halten Sie sich dabei an folgende Struktur:
Betreff: Widerspruch gegen Kontosperrung wegen Falschdarstellung
Sehr geehrtes Google Merchant Center Team,
ich möchte formell Widerspruch gegen die Sperrung meines Kontos [Konto-ID] einlegen. Das Konto wurde wegen Falschdarstellung gesperrt. Ich habe die folgenden Korrekturen vorgenommen:
Ich bitte um erneute Prüfung meines Kontos. Alle genannten Korrekturen sind bereits umgesetzt und live.
Mit freundlichen Grüßen,
[Ihr Name und Kontaktdaten]
Seien Sie präzise. "Ich habe alles korrigiert" überzeugt Google nicht. Schreiben Sie stattdessen, welche konkreten URLs Sie geändert haben und was die Änderung war.
Nach einem Widerspruch wegen Falschdarstellung dauert die Bearbeitung durch Google typischerweise drei bis sieben Werktage. Bei einer Sperrung zum ersten Mal und klarer Dokumentation der Korrekturen heben viele Händler die Sperrung beim ersten Widerspruch auf. Wenn der Verstoß schon einmal aufgetreten ist oder wenn die Korrektur unvollständig war, verlängert sich der Prozess.
Planen Sie realistisch: Selbst im besten Fall vergehen mindestens fünf Arbeitstage zwischen dem Einreichen des Widerspruchs und der Entsperrung. Shopping-Kampagnen laufen erst wieder, wenn das Konto vollständig freigegeben ist.
Ja, wenn in Ihrem Feed Nettopreise stehen, Ihre Produktseite aber Bruttopreise anzeigt (oder umgekehrt), wertet Google das als Preisabweichung. Stellen Sie sicher, dass Feed und Website die gleiche Preisdarstellung verwenden, und geben Sie im Feed das Attribut tax korrekt an.
Ja. Wenn Google bei einem Produkt eine erhebliche Falschdarstellung feststellt und das Konto bereits Warnungen erhalten hat, kann Google das gesamte Konto sperren, nicht nur das betroffene Produkt. Prüfen Sie deshalb alle Produkte in Ihrem Feed, nicht nur das, das zuletzt abgelehnt wurde.
Schauen Sie im Merchant Center unter "Produkte" nach abgelehnten oder inaktiven Artikeln. Produkte mit dem Status "Falschdarstellung" oder "Artikel-Überprüfung ausstehend" geben Ihnen Hinweise. Unser Scanner kann außerdem Abweichungen zwischen Feed und Website auf Produktebene sichtbar machen.
Sie können Feed-Änderungen vornehmen und neue Produkte hochladen, aber sie bleiben inaktiv, bis das Konto entsperrt ist. Nutzen Sie diese Zeit, um den Feed vollständig zu bereinigen und Preise zu prüfen, damit nach der Entsperrung kein neuer Verstoß entsteht.
Der kostenlose Scanner zeigt Ihnen alle Abweichungen zwischen Ihrem Feed und Ihrer Website, bevor Sie einen Widerspruch einreichen.
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